02/2012 – Allgemeines
Seit dem 1. Januar 2012 hat die Berghof Foundation ein weiterentwickeltes Profil und eine neue Organisationsstruktur. Die bereits früher eng miteinander kooperierenden Einrichtungen Berghof-Stiftung für Konfliktforschung und ihr operativer Arm Berghof Conflict Research, das Institut für Friedenspädagogik in Tübingen sowie Berghof Peace Support bilden jetzt eine gemeinsame Organisation – die Berghof Foundation.
Künftig werden unsere vielfältigen operativen Kompetenzen in der Forschung, in der praktischen Friedensunterstützung und der Friedenserziehung, ergänzt durch die seit vielen Jahren bewährte gezielte Projektförderung, noch wirksamer zur Geltung kommen. Der Zusammenschluss zur Berghof Foundation dient dem Ziel, unsere Stärken weiter auszubauen, Fähigkeiten zu bündeln sowie Partnerschaften zu festigen und dadurch neue Möglichkeiten zur Förderung von Friedensprozessen und zur Prävention und Transformation von Konflikten zu entwickeln. Die Berghof Foundation steht dabei fest in der Tradition des philanthropischen Engagements der Stifterfamilie Zundel, die bereits vor vierzig Jahren mit der Gründung des Berghof-Stiftung für Konfliktforschung durch Prof. Dr. Georg Zundel ihren Anfang nahm.
Gegenwärtig entwickeln wir unseren neuen, gemeinsamen Internet-Auftritt. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Inhalte unserer bisherigen Internetseiten sukzessive (Berghof Foundation.de, Conflict Research, Peace Support, Friedenspaedagogik.de und Berghof Handbook) auf unsere neue Homepage Berghof Foundation.org. übertragen. Gleichzeitig werden Inhalte aktualisiert und künftig verbessert dargestellt. Dies erfordert Anstrengungen und Zeit. Übergangsweise kann deshalb auch noch auf unsere früheren Internetseiten zugegriffen werden, um Informationen aufzufinden, die auf unser neuen Homepage eventuell noch nicht verfügbar sind. Berücksichtigen Sie bitte, dass Inhalte auf früheren Internetseiten, sofern nicht ausdrücklich betont, künftig nicht mehr verändert werden und dadurch nicht mehr aktuell sein könnten. Wir bitten für entstehende etwaige Ungelegenheiten vorsorglich um Verständnis. Falls erforderlich, nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit uns auf.
01/2012 –
Der Policy Report “From Combatants to Peacebuilders: A case for inclusive, participatory and holistic security transitions” zu partizipativen Fredens(bildungs)prozessen ist nun online verfügbar. Die Autoren Véronique Dudouet, Hans J. Gießmann und Katrin Planta haben wichtige Lessons Learnt und Politikempfehlungen herausgearbeitet, die sich auf Erkenntnissen des partizipativen Forschungsprojektes “Vom Krieg zum Frieden: Nicht-staatliche, bewaffnete Gruppen und Sicherheit im Wandel“ (2009-2012) stützen.
Ziel dieses Projektes war es, politische Willensbildungsprozesse bewaffneter Befreiungs- und Widerstandsbewegungen näher zu untersuchen und Antworten auf die Frage zu finden: Unter welchen Bedingungen sind diese Gruppen bereit,ein staatliches Gewaltmonopol anzuerkennen und sich an Nachkriegsregierungen zu beteiligen? Welche Rolle spielen Timing, Sequenzierung,politsche Reformen und Veränderungen im Sicherheitsbereich in Nachkriegsphasen aus Sicht derer, die vom bewaffnenten Widerstand in Regerungsverantwortung gewechselt haben?
Die empirischen Befunde des Reports basieren auf thematischen Fallstudien aus Südafrika, Kolumbien, El Salvador, Nordirland, Kosovo, Burundi, Süd-Sudan, Nepal und Aceh. Diese wurden jeweils von lokalen Teams aus Forschern und ehemaligen Kämpfern verfasst und in der Reihe Berghof Transitions Series veröffentlicht.
Ergänzt wird dieser Report durch einen von den Autoren ebenfalls herausgegebenen Sammelband , der noch in diesem Monat im Routledge Verlag erscheint.
Demnächst wird auch die nächste Ausgabe unserer Berghof Transition Series, die sich mit der CNDD-FDD in Burundi beschäftigt, online verfügbar sein (ebenso Teil des Projektes „Vom Krieg zum Frieden: Nicht-staatliche, bewaffnete Gruppen und Sicherheit im Wandel”).
11/2011 – Neuerscheinungen
Unser neuester Policy Brief ‘Anti-terrorism Legislation: Impediments to Conflict Transformation’ befasst sich mit den Auswirkungen bestimmter Anti-Terror-Maßnahmen auf Friedensprozesse, an denen auch nichtstaatliche bewaffnete Akteure beteiligt sind. BCRs Senior Researcher Dr. Véronique Dudouet kommt dabei zu dem Ergebnis, dass sogenannten Blacklists für mutmaßliche Terroristen unter Umständen politische Bemühungen zur Lösung asymmetrischer, innerstaatlicher Konflikte behindern können. Vielmehr bergen politischer Kontext sowie eine inkonsistente Anwendung von Antiterrormaßnahmen die Gefahr, die Grenzen zwischen legalen und illegalen Formen von politischem Aktivismus zu verwischen, staatliche Repression von gewaltfreiem Widerstand zu bestärken und Radikalismus weiteren Aufwind zu geben. Anti-terrormaßnahmen schränken, so die Einschätzung, auch den Handlungsspielraum internationaler Vermittlungsbemühungen ein, da Mediation durch Drittparteien und Unterstützung von Verhandlungen bisweilen kriminalisiert und Vertrauensbildung zwischen gelisteten Akteuren und ‚Insider Mediatoren‘ behindert werden. Das Papier bietet abschließend eine Reihe von Reformvorschlägen, wie Antiterrormaßnahmen besser dazu dienen könnten, bewaffnete Gruppen zu einer Abkehr von gewaltsamen Strategien zu bewegen. Einen Überblick über diese Publikationsreihe finden Sie hier .
11/2011 – Allgemeines
Wir trauern um Prof. Dr. Volker Rittberger (1941-2011). Er war einer der wichtigsten Repräsentanten der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. In Tübingen hat er maßgeblich zum Aufbau von Friedensforschung und Lehre an der Eberhard Karls Universität beigetragen und das Institut für Friedenspädagogik mit gegründet. Zugleich hat er den Friedensgedanken in die Politik getragen und sich um internationale Vernetzung bemüht, zuletzt in seiner Funktion als Vorsitzender der Deutschen Stiftung Friedensforschung (2003-2010). Wir haben einen wichtigen Förderer und Mitstreiter verloren.
Stellungnahme des ift Tübingen
11/2011 – Allgemeines
Martina Fischer wurde zum Präsidiumsmitglied des Evangelischen Kirchentags gewählt, einem wichtigen zivilgesellschaftlichen Forum, das sowohl Raum für den interreligiösen Dialog als auch für die Auseinandersetzung über ethische und politische Fragen bietet. Der letzte Kirchentag fand 2011 in Dresden statt (120.000 Besucher). Der nächste ist 2013 in Hamburg geplant. Das Präsidium besteht aus 25 Personen des politischen und öffentlichen Lebens, aus Institutionen und NGOs, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Professionen, welche die inhaltliche Ausrichtung der Kirchentage beschließen und mitgestalten. (Weitere Informationen )
10/2011 – Neuerscheinungen
Alle Beiträge des Buches The Non-Linearity of Peace Processes – Theory and Practice of Systemic Conflict Transformation, herausgegeben von Daniela Körppen, Norbert Ropers und Hans J. Giessmann, sind nun ebenfalls online abrufbar. Buchbestellungen können online über den Verlag oder, besipielsweise, über Amazon vorgenommen werden.
kostenlose downloads

10/2011 – Neuerscheinungen
Alle Beiträge der 2. Ausgabe des Berghof Handbook (Advancing Conflict Transformation. The Berghof Handbook II, hsg. von B. Austin; M. Fischer und H.J. Giessmann) stehen nun als kostenlose pdf-Downloads zur Verfügung (Handbook downloads ). Band II des Handbook umfasst 20 neue bzw. überarbeitete Artikel zu aktuellen Fragen der Konflikttransformation.
Weitere Informationen zum Handbook sowie Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.
10/2011 – Allgemeines
Im Rahmen ihrer friedensfördernden Aktivitäten im Baskenland hat die Berghof Foundation die lokale Nichtregierungsorganisation Lokarri bei der Ausrichtung einer internationalen Konferenz zur Förderung einer friedlichen Lösung des Baskischen Konflikts am 17. Oktober 2011 in San Sebastian unterstützt. Die Veranstaltung, der neben namhaften Peacebuilding Organisationen auch führende Vertreter der Weltpolitik wie der frühere UN Generalsekretär Kofi Annan beiwohnten, ist ein Meilenstein auf dem Weg zu dauerhaften Frieden im Baskenland, da sie die Bereitschaft aller Bürger zeigt, die Gewalt zu beenden und die Zukunft mit friedlichen und demokratischen Mitteln zu gestalten.
Berghof Peace Supports Programmleiterin Luxshi Vimalarajah hat im Namen der Berghof Foundation an der Konferenz teilgenommen. Frühere Berghof Aktivitäten im Rahmen der Begleitung der Konfliktbeilegung im Baskenland umfassten die Veröffentlichung einer von prominenten Analysten der Baskischen Abertzalen Linken verfassten Studie zur Geschichte des Konflikts und dem steinigen Weg zu seiner Lösung.
08/2011 – Neuerscheinungen
Wir freuen uns, dass soeben unser neuestes Buch The Non-Linearity of Peace Processes – Theory and Practice of Systemic Conflict Transformation herausgegeben von Daniela Körppen, Norbert Ropers und Hans J. Giessmann, im Barbara Budrich Verlag erschienen ist!
Dieses Buch ist die erste umfassende Publikation über das Potenzial systemischen Denkens für die Weiterentwicklung bestehender Ansätze zur Konflikttransformation. Es verbindet aktuelle Diskurse der Friedensforschung und –praxis (bspw. zu Liberal Peace, der Nichtlinearität von Konfliktdynamiken oder zur Überbrückung der Zuordnungslücke zwischen nationalstaatlicher Makro- und lokaler Mikroebene) mit verschiedenen systemischen Denkrichtungen.
Auf Grundlage von Fallstudien entwickeln Theoretiker und Praktiker ihre unterschiedlichen Auffassungen über systemisches Denken und präsentieren eine Reihe von systemischen Ansätzen, wie z.B. Systemtheorie, systemische Aktionsforschung oder Aufstellungsarbeit.

Details: The Non-Linearity of Peace Processes – Theory and Practice of Systemic Conflict Transformation, herausgegeben von Daniela Körppen, Norbert Ropers und Hans J. Giessmann.
Barbara Budrich Verlag, Opladen / Farmington Hill, 2011, 273 S.
33,00 € (D), 34,00 € (A), 45,50 SFr,US$47.95, GBP 29.95.
ISBN 978-3-86649-406-0
Bestellungen über den Verlag oder, besipielsweise, über
Amazon.
07/2011 – Allgemeines
Mit großer Bestürzung haben wir den Tod von Dekha Ibrahim Abdi, Friedensaktivistin aus Kenia und u.a. Mitglied des Beirats von Berghof Peace Support, aufgenommen. Sie starb am 14. Juli 2011 an den Folgen eines schweren Autounfalls, bei dem auch ihr Ehemann und ein Fahrer ums Leben kamen. Unser herzliches Beileid gilt ihrer Familie, insbesondere den vier Kindern, und den vielen Freunden und Kollegen, die sie alle hinterlassen.
Dekha Ibrahim Abdi war eine herausragende Persönlichkeit, die als Friedensaktivistin unsere Arbeit über 20 Jahre lang mit ihren Ideen, Initiativen, ihrer Klugheit, Kreativität und Beharrlichkeit bereichert hat. Aufgewachsen in einer muslimisch somalischen Familie im Nordosten Kenias, wurden ethnische und religiöse Konflikte schon früh Teil ihres Lebens. Dekha Ibrahim Abdi wurde treibende Kraft der Wajir Friedensinitiative, die 1992 christliche und muslimische Frauen und Männer zu einem lokalen Friedensabkommen zusammenbringen konnte. Ihr „Wajir-Friedensmodell“ war Ausganspunkt vieler vergleichbarer Initiativen einer nachhaltigen, integrativen und umfassenden Transformation gewaltsamer Konflikte – in Afrika und darüber hinaus. Dekha selbst wurde zum Vorbild, die in ihrer Arbeit Elemente traditioneller afrikanischer Konfliktbearbeitung mit Erkenntnissen aus anderen Friedensinitiativen weltweit verband, und für ihr Engagement vielfach ausgezeichnet wurde. Wer mehr über ihre Arbeit erfahren will, dem sei ihr Beitrag im Berghof Handbook Dialogue No. 6 empfohlen.
Wir werden ihre sanfte, bescheidene, ideenreiche und – nicht zuletzt – entschlossene Art, mit der sie unser Feld so bereichert hat, sehr vermissen.
07/2011 – Neuerscheinungen
Druckfrisch vor der Sommerpause ist der zweite Band des Berghof Handbook for Conflict Transformation erschienen: “Advancing Conflict Transformation. The Berghof Handbook II” (herausgegeben von B. Austin, M. Fischer und H.J. Giessmann; 2011, Barbara Budrich Verlag). Das Buch enthält in 20 neuen oder aktualisierten Beiträgen Erkenntnisse von Friedensforscherinnen und Praktikern zu weitgefächerten Themen. U.a. befassen sich die Autorinnen und Autoren mit globalen Trends der Kriegsführung und Friedensförderung, geschlechtsspezifischen Herausforderungen, der Bearbeitung von asymmetrischen Konflikten, den Interventionsmöglichkeiten von Drittparteien und der Handlungsmacht von lokalen Kräften, Menschenrechten, Transitional Justice und Versöhnung in Nachkriegsgesellschaften sowie der Frage nach Wirkungsmöglichkeiten und Wirkungsmessung.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Berghof Handbook for Conflict Transformation (dort stehen auch die Einleitung und das Inhaltsverzeichnis als pdf download zur Verfügung) oder im Flyer. Bestellungen nimmt der Verlag entgegen oder Ihre (online) Buchhandlung.

07/2011 – Veranstaltungen
Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts Cultures of Governance and Conflict Resolution in Europe and India (CORE) fand am 27. und 28. Juni 2011 am Berghof Zentrum (Berlin) ein Treffen des Lenkungs-ausschusses für das Projekt sowie ein thematischer Workshop statt. Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie auf der projekteigenen Homepage. An dem Treffen nahmen Vertreter aller zehn am Projekt beteiligten Organisationen und Universitäten teil.
Beim Treffen des Lenkungsausschusses wurden der Stand des Projektes erörtert, die nächsten Schritte beraten und Entscheidungen zur Arbeitsteilung und Projektorganisation getroffen.
Im Rahmen des thematischen Workshops unter dem Titel “The Socio-Cultural and Political Premises of European and Indian Initiatives in Areas of Conflict Transition/Resolution” befassten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Vorträgen und Diskussionen unter anderem mit folgenden Fragen:
• Wodurch sind europäische bzw. indische Initiativen für die Bearbeitung und Transformation von Konflikten bestimmt?
• Inwiefern stehen die jeweils verfolgten Maßnahmen im Kontext bzw. berücksichtigen sie soziokulturelle Gegebenheiten in Indien und Europa?
• In welchem Ausmaß stärkt der soziokulturelle und politische Diskurs in Gesellschaft und Eliten die Prinzipien, Ziele und Strategien, die den jeweiligen Friedensinitiativen zugrunde liegen?
• In welchem Verhältnis stehen interne und externe Regierungsinitiativen zueinander und wie verschmelzen bzw. konkurrieren die jeweiligen Grundlagen von Peacebuilding-Konzepten vor dem Hintergrund politischer Konflikte und soziokultureller Vielfalt?
• Mit welchen methodologischen und theoretischen Herausforderungen sind die Analyse und Bewertung von Friedensinitiativen im Kontext sozio-kultureller Sensibilität und politischer Angemessenheit konfrontiert? Wie wird mit diesen Anforderungen in Indien und Europa umgegangen?
Die Beiträge und intensiven Diskussionen dienten einer weiteren Ausdifferenzierung der Forschungsfragen sowie der Vorarbeit für die einzelnen Fallstudien, deren Bearbeitung noch im Sommer 2011 beginnt. Ein durch BCR herausgegebener Workshop Report wird ab Oktober 2011 über diese Webseite der Öffentlichkeit zugänglich sein, eine Printfassung später im Rahmen der Berghof Arbeitspapiere erscheinen.
07/2011 – Allgemeines
Am 1. Juli hat Prof.Dr.Dr. Hans J. Gießmann für ein Jahr den Vorsitz des “Global Agenda Council on Terrorism” des Weltwirtschaftsforums übernommen. Die Global Action Councils (GACs) bestehen aus jeweils 15-20 Experten aus aller Welt. Sie fungieren als informeller Beirat des Weltwirtschaftsforums und beraten darüber hinaus auch andere internationale Einrichtungen wie die G20.
Die jeweiligen Vorsitzenden sind dabei entscheidend an der Zusammensetzung und Agenda-Setzung der Councils beteiligt. Für Prof. Gießmann ist es die dritte Berufung in das Gremium, nachdem er 2009 bereits Mitglied des „Global Agenda Council on Terrorism and Weapons of Mass Destruction“ war und 2010 zu dessen stellvertretendem Vorsitzenden ernannt wurde.
05/2011 – Allgemeines
Auf seiner Sitzung am 23. Mai 2011 entschied der Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF), Martina Fischer in den wissenschaftlichen Beirat der Stiftung zu berufen. Martina Fischer ist nach zehnjähriger Mitgliedschaft im Stiftungsrat und fünfjähriger Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende der DSF aus diesen Funktionen ausgeschieden, da ihr Mandat satzungsgemäß im März 2011 endete.
05/2011 – Allgemeines
Prof. Gießmann wurde erneut in den Beirat Zivile Krisenprävention berufen, wie Staatsminister Dr. Werner Hoyer am 11. Mai 2011 mitteilte. Die vierte Mandatsperiode des Beirats endet 2013. Das 19-köpfige Gremium zivilgesellschaftlicher Akteure ist 2005 im Rahmen des Aktionsplans “Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung” entstanden. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den sogenannten Ressortkreis, in dem Vertreter der verschiedenen Bundesministerien Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Krisenprävention koordinieren, fachlich zu beraten und zu begleiten.
03/2011 – Neuerscheinungen
Das Handbuch Frieden, herausgegeben von BCR-Direktor Prof. Dr. Dr. Hans J. Gießmann und Dr. Bernhard Rinke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Osnabrück, ist soeben im VS-Verlag erschienen. Gefördert von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF), beinhaltet es das aktuelle Wissen zu Frieden, Friedenspolitik und zur Friedens- und Konfliktforschung. Auf 640 Seiten behandeln die Beiträge den Friedensbegriff systematisch aus wissenschaftlicher und politischer Perspektive. Dabei werden die vielfältigen inhaltlichen Dimensionen und Bezüge des Begriffsfeldes Frieden verdeutlicht. Die Befunde der insgesamt 51 AutorInnen bieten ein umfassendes Bild der aktuellen und künftigen Herausforderungen von Friedensforschung und Friedenspolitik und beziehen die Praxis der Friedensarbeit ein. Das Handbuch Frieden ist somit unverzichtbar für alle Lehrenden und Forschenden an einschlägigen universitären und außeruniversitären Einrichtungen, für Studierende, SchülerInnen sowie in der Erwachsenenbildung. Es richtet sich zugleich an friedenspraktisch Tätige, SoldatInnen sowie an eine allgemein an friedenspolitischen Themen interessierte Öffentlichkeit.
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02/2011 – Neue Projekte
Mit einem Planungstreffen in Brüssel startete am 11. Februar das Projekt Cultures of Governance and Conflict Resolution in Europe and India (CORE) . Neben Vertretern aller zehn am Konsortium beteiligten Organisationen und fünf Mitgliedern des Beirats nahmen auch Angela Liberatore (Europäischen Kommission, GD Forschung) und ein Mitarbeiter des neu gegründeten Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) teil. Für BCR reisten Hans J. Giessmann, Ulrike Petri und Janel B. Galvanek nach Brüssel.
In dem seit Januar 2011bestehenden CORE Projekt werden Regierungshandeln und dessen Rahmenbedingungen in Transformationsprozessen mithilfe von Feldforschung, qualitativer Analyse und Theoriebildung untersucht. Ziel ist es, Wissenslücken über die Auswirkungen von Regierungsprogrammen auf lokale Konfliktdynamiken – insbesondere solchen, die durch die Mobilisierung kollektiver Identitäten geprägt sind – zu schließen. Dazu werden Fallstudien zu Bihar, Bosnien-Herzegowina, Zypern, Georgien, Nordostindien und Kaschmir erstellt.
Weitere Informationen finden Sie auf der projekteigenen Webseite unter: www.projectcore.eu.
02/2011 – Neuerscheinungen
Wir freuen uns, die Veröffentlichung des Berichts “Mediating Peace with Proscribed Armed Groups”, herausgegeben von Conciliation Resources, bekanntzugeben. Der Report fasst Diskussionen und Empfehlungen eines Workshops, organisiert im Oktober 2010 von Berghof Peace Support und Conciliation Resources und finanziert vom Joseph Rowntree Charitable Trust, zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, eine Debatte über direkte und indirekte Auswirkungen der EU-Anti-Terror-Gesetzgebung auf Friedensprozesse, an denen nichtstaatliche, bewaffnete Gruppen beteiligt sind, anzuregen, notwendige Schritte aufzuzeigen, um negative Folgen zu minimieren und die Kompetenzen der EU im Bereich Mediation zu stärken. Teilnehmer waren, neben hochrangigen Vertretern der EU, Mediatoren und Fachleute aus dem Bereich Zivilgesellschaft. BCR wurde von Véronique Dudouet vertreten, die auch den genannten Bericht, in Zusammenarbeit mit einem Team von Conciliation Resources, zusammengestellt hat.
12/2010 – Neue Projekte
Berghof Conflict Research wird ab Februar 2011 an einem von der Europäischen Union (7. Rahmenprogramm) geförderten internationalen Forschungsprojekt mitwirken. Thema des Projekts ist die Rolle von Steuerungsansätzen (Governance) für die Beilegung sozialökonomischer und politischer Konflikte in Indien und Europa. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt nimmt das Fehlen tiefschürfender Analysen über die Wirkung von externen Interventionen auf lokale Konfliktdynamiken zum Anlass, Grundlagen und Wirkungen politischer Steuerungsansätze theoriegeleitet und fallbezogen zu untersuchen. Vor allem werden Konfliktdynamiken berücksichtigt, die durch eine Mobilisierung kollektiver Identität geprägt sind. Das vom norwegischen Friedensforschungsinstitut PRIO koordinierte Kooperationsprojekt wird gemeinsam von europäischen und indischen Forschergruppen durchgeführt. Berghof Conflict Research wird zum Projekt u.a. einen Beitrag zur Methodik der Wirkungsforschung beisteuern und sich an Fallstudien über Bosnien und Kashmir beteiligen. Darüber hinaus wird eine der Konferenzen des Projekts in Berlin stattfinden. Die Projektleitung für BCR liegt in den Händen von
Prof. Hans J. Giessmann.
11/2010 – Veranstaltungen
Am 25. und 26. November 2010 tagte die Beraterkommission des Projekts „Vom Krieg zum Frieden: Nichtstaatliche, bewaffnete Gruppen und Sicherheit im Wandel“ in den Gebäuden des Berghof Zentrums in Berlin. Fünf Kommissionsmitglieder aus Forschung und Praxis waren aus Großbritannien, der Schweiz, Irland und Malaysia eingeladen, die bisherigen Ergebnisse des Projekts mit dem Team zu diskutieren, Rat für die laufenden Aktivitäten zu geben und Ideen für zukünftige Forschungsprojekte zu entwickeln. Der intensive, zweitägige Workshop wurde von BCR Direktor Hans Joachim Giessmann geleitet.
11/2010 – Neuerscheinungen
Wir freuen uns, im Rahmen des Projekts Resistance/Liberation Movements and Transition to Politics” die neunte Fallstudie mit dem Titel “From Revolutionary War to Democratic Revolution: The Farabundo Marti National Liberation Front (FMLN) in El Salvador” vorzustellen. Die Veröffentlichung, basierend auf 35 Hintergrund-Interviews mit ehemaligen Kommandeuren und Unterhändlern, wurde von Dr. Alberto Martin Alvarez von der Colima Universität (Mexiko) verfasst. Darin werden Entstehung, Entwicklung und politische Transformation der El Salvadorianischen Guerilla-Organisation analysiert. Der besondere Schwerpunkt liegt dabei auf den Ursachen, die zum bewaffneten Kampf sowie den innerparteilichen, wie äußeren Faktoren, die im Gegenzug zu einer Verhandlungslösung führten. Darüber hinaus zeigt es die wichtigsten Stationen der Nachkriegsentwicklung der FMLN als erfolgreiche politsche Partei, bis hin zum Sieg der Präsidentschaftswahl 2009.
Eine Printausgabe dieser Veröffentlichung erscheint in Kürze.
Darüber hinaus kann die letzte Ausgabe dieser Serie (The KLA and the Kosovo War) nun für 5 € (+ Versand) bei uns bestellt werden. Bitte verwenden Sie dazu den entsprechenden Link auf unserer Publikationsseite.
11/2010 – Archiv
Am 6. November wurde die jüngste Veröffentlichung der Berghof Transition Serie “The KLA and the Kosovo War: From Intra-State Conflict to Independent Country“ in Pristina in Anwesenheit des Autors Armend Bekaj der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung in der Dit e Nat Buchhandlung war gut besucht. Unter den Zuhörern befanden sich auch ehemalige Mitglieder der UCK, Vertreter der Zivilgesellschaft und der Regierung, Journalisten und internationale Diplomaten. Ein Medienbericht (auf Albanisch) ist online abrufbar.
Die Veröffentlichung selbst (auf Englisch) sowie andere Beiträge der Reihe sind hier verfügbar.
11/2010 –
Bei der öffentlichen Anhörung des Auswärtigen Ausschuss am 6. Oktober 2010 erörterten die geladenen Sicherheitsexperten, darunter BCR Direktor Prof. Hans J. Gießmann, das neue strategische Konzept des Nato-Bündnisses.
Die Anhörung wurde aufgezeichnet und ist über die Mediathek des Deutschen Bundestages abrufbar (>Parlamentsfernsehen).
Darüber hinaus steht ein Wortprotokoll sowie die Stellungnahme von Prof. Dr. Hans J. Gießmann zur Verfügung.
10/2010 – Neuerscheinungen
Das neue Berghof Arbeitspapier: “Empowering Diasporas: The Dynamics of Post-war Transnational Tamil Politics” von Luxshi Vimalarajah und R. Cheran bietet eine grundlegende Analyse politischer Strömungen innerhalb der Tamilischen Diaspora. Darüber hinaus beinhaltet es Politikempfehlungen für die Tamilische Diaspora sowie für die politischen Akteure der Gastländer. Erstmals wurde ein Berghof Arbeitspapier von unseren Kollegen von Berghof Peace Support herausgegeben.
09/2010 – Neuerscheinungen
Wir freuen uns, im Rahmen des Projekts Resistance/Liberation Movements and Transition to Politics die achte Fallstudie vorzustellen. The KLA and the Kosovo War: From Intra-State Conflict to Independent Country wurde von Armend Bekaj, einem Forschungspartner aus dem Kosovo, verfasst. Basierend auf umfangreichen Interviews mit führenden UCK-Gründungsmitgliedern und Veteranen und anderen lokalen Quellen, werden, entsprechend der Konzeption dieser Reihe, Ursprünge, Entwicklung und Transformation der UCK aus Sicht ihrer Mitglieder dargestellt. Im Mittelpunkt steht dabei der Wandel vom Widerstand gegen einen repressiven Staat hin zur Beteiligung am Aufbau eines demokratischeren politischen Systems. Dabei werden Vergleiche zu anderen Widerstands/Befreiungsbewegungen weltweit gezogen, wobei die besondere historische Entwicklung des Kosovo hin zu einem eigenen Staat deutliche Unterschiede zu anderen Fällen aufweist.
Die Studie ist bislang nur online abrufbar, eine Printausgabe erscheint jedoch in wenigen Wochen.
07/2010 – Archiv
Der Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums, Prof. Dr. Klaus Schwab, informierte Prof. Gießmann am 1. Juli 2010 über seine Bestellung als Mitglied des neuen „Global Agenda Councils“ (GAC) zu Fragen des Terrorismus. Die GACs haben 15 – 20 Mitglieder aus aller Welt. Sie fungieren als informeller Beirat für das Weltwirtschaftsforum und, über das Forum, für die internationale Gemeinschaft. Nach Auffassung des Weltwirtschaftsforums bilden die Councils „das weltweit am dichtesten integrierte „Intelligenz“-Netzwerk für innovatives Denken und den Austausch von Ideen über globale Fragen“. Für den BCR Direktor ist es die zweite Amtszeit als GAC Mitglied.
07/2010 – Neuerscheinungen
Berghof Handbook Dialogue Nr 9 “Human Rights and Conflict Transformation. The Challenges of Just Peace” kann ab sofort per email bei uns bestellt werden (7,50 € +Versand).
06/2010 –
Berghof Conflict Research veranstaltete am 18. und 19. Juni 2010 einen Experten-Workshop zum Thema „Subsidiarity in Peacebuilding in Afghanistan”, gefördert von der Gerda-Henkel- Stiftung. Ziel des zweitägigen Gedankenaustauschs zwischen Fachleuten aus Forschung und Praxis war es herauszufinden, wie in Afghanistan lokale Kapazitäten besser in Friedens- und Staatsbildungsprozesse eingebunden werden können. Am Workshop, der vom Direktor von Berghof Conflict Research, Prof. Hans J. Gießmann, geleitet wurde, nahmen auch der Vorstand der Gerda-Henkel-Stiftung, Dr. Michael Hannsler, und der Geschäftsführer der Berghof-Stiftung für Konfliktforschung, Johannes Zundel, teil.
Hauptthemen der Diskussion waren lokale Regierungs- und Verwaltungsstrukturen, Sicherheit und Polizeiwesen, Potentiale zur Konflikttransformation, die kulturell-, religiös- oder gender-spezifisch verwurzelt sind, die Rolle von Zivilgesellschaft sowie die Interaktion zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren auf lokaler Ebene. Der Workshop diente zudem einem intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern ebenso wie einem ersten Ausloten möglicher weiterer Kooperationsmöglichkeiten.
06/2010 – Archiv
Am 14. Juni 2010 fand die erste öffentliche Anhörung des neu geschaffenen Unterausschusses “Zivile Krisenprävention und vernetzte Sicherheit” des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin statt. Der neue Unterausschuss hatte zu dieser Anhörung eingeladen, um sich für seine künftige Arbeit zu Herausforderungen und aktuellen Aufgaben der zivilen Krisenprävention beraten zu lassen. BCR Direktor Prof. Hans J. Gießmann war einer der sechs geladenen Expertinnen und Experten, die den Mitgliedern des Unterausschusses Rede und Antwort standen.
06/2010 – Neuerscheinungen
Soeben erschienen ist Berghof Handbook Dialogue 9: „Human Rights and Conflict Transformation. The Challenges of Just Peace“, herausgegeben von Véronique Dudouet und Beatrix Schmelzle. In der Handbook Dialogue Series nimmt sich Berghof Conflict Research besonderer Schwerpunktthemen der Konflikttransformation aus der Perspektive von Forschung und Praxis an. Die Schnittstelle zwischen Menschenrechtsarbeit und Friedensförderung steht im Mittelpunkt des neuesten Dialogheftes, zu dem Autorinnen und Autoren aus aller Welt beigetragen haben. Dabei geht es, wie u.a. an Beispielen aus Nepal, Südafrika, Israel/Palästina, Uganda und Kolumbien dargestellt wird, nicht um eine plakative Wahl zwischen Frieden oder Gerechtigkeit. Vielmehr wird deutlich, dass die Orientierung von Konflikttransformation an Menschenrechts-Prinzipien und Instrumenten durchaus zu einer konsequenteren Ursachenbekämpfung in Gewaltkonflikten beitragen kann, z.B. durch strategische Arbeit an Themen wie sozialer Gerechtigkeit und politischer Machtverteilung. Gleichzeitig müssen jedoch stets aufs Neue im Lokalen verwurzelte, kontextspezifische Lösungen ausgehandelt werden, die den Balanceakt hin zu einem gerechten Frieden gelingen lassen. Dabei unterstreichen die Autoren und Autorinnen in Dialog 9 die Notwendigkeit, gemeinsame Arbeit zu leisten und zu reflektieren und sich stets des politischen Umfeldes bewusst zu sein, in dem Menschenrechtsarbeit und Friedensförderung stattfinden.
05/2010 – Neuerscheinungen
The Basque Country – the Long Walk to a Democratic Scenario.
Die Reihe Berghof Transitions Series veröffentlicht Fallstudien, die im Rahmen des Programmes ‘Nichtstaatliche bewaffnete Akteure im Wandel‘ entstanden sind. Ziel ist es, den Übergang von Widerstands-/Befreiungsbewegungen vom sogenannten ‚bewaffneten Kampf‘ hin zur Teilnahme an Verhandlungen und demokratischen Reformprozessen besser zu verstehen. Die Autoren werden daher dazu ermutigt, die Erfahrungen der ihnen nahestehenden Gruppierungen möglichst authentisch widerzugeben und auch parteiische, mitunter extreme Positionen zu reflektieren, die in den meisten Konfliktanalysen ignoriert werden, obwohl auch sie wichtig für ein umfassendes Verständnis von Konflikten und den Handlungsoptionen ihrer Akteure sind.
Die Studie “The Basque Country – the Long Walk to a Democratic Scenario“ wurde von Urko Aiartza, einem baskischen Menschenrechtsanwalt, und Dr. Julien Zabalo, Professor an der Universität des Baskenlandes, in enger Absprache mit führenden Vertretern der Pro-Unabhängigkeitsbewegung, verfasst. Die Autoren analysieren die Entwicklung des Konfliktes zwischen dem spanischen Staat und dem Baskenland von der Entstehung der Euskadi Ta Askatasuna (ETA) 1958 bis heute. Im Mittelpunkt stehen dabei die verschiedenen Vermittlungs- und Verhandlungsversuche zur Lösung des Konflikts.
Wir hoffen, dass die Veröffentlichung Ihr Interesse findet und freuen uns über Ihr Feedback. Zwei weitere Fallstudien werden in den kommenden Monaten im Rahmen der Transitions Series publiziert. Weitere Veröffentlichungen dieser Reihe finden Sie auf unserer Homepage unter: http://www.berghof-conflictresearch.org/de/publications/transitions-series/.
Eine Printausgabe dieser Veröffentlichung kann über diesen link ebenfalls bei uns bestellt werden (6,00€ + Versandkosten).
05/2010 – Veranstaltungen
Am 6. Mai 2010 wurde Berghof Conflict Research vom Gouverneur der Provinz Helmand in Afghanistan, Mohammad Gulab Mangal, und Nasima Neyazi, Direktorin einer Mädchenschule und Mitglied des Afghanischen Parlaments, sowie Najib Roshan, Direktor des Aachener Instituts für Afghanistan-Studien (AIAS) und einigen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besucht. An der Diskussion im Berghof-Zentrum nahm, neben Prof. Dr. Hans J. Giessmann (Direktor, Berghof Conflict Research) und Dr. Oliver Wils (Gf. Direktor, Berghof Peace Support) sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Institutionen, auch der Geschäftsführer der Berghof Stiftung für Konfliktforschung, Johannes Zundel, teil.
Thematisch konzentrierte sich die Diskussion auf die Einbeziehung von Jugendlichen in die Friedensförderung, öffentliche Bildungsprogramme und eine Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklungspolitik in Afghanistan. Dabei, so Gulab Mangal, seien, trotz der weiter kritischen Sicherheitssituation, in letzter Zeit einige positive Entwicklungen zu verzeichnen. Erörtert wurden auch die Wirkungen und Grenzen der neuen Militärstrategie für die Provinz. Vor allem die aktive Einbindung der Afghanischen Bevölkerung in friedensbildende Maßnahmen wurde für dringend notwendig befunden. Sie dürften nicht weiter von militärischen Operationen überlagert werden. In einem abschließenden Gespräch wurden vereinbart, gemeinsame Forschungs- und Bildungsprojekte mit Unterstützung der Provinzregierung zu entwickeln.
05/2010 – Allgemeines
Prof. Dr. Hans J Gießmann, Leiter von Berghof Conflict Research, nahm als einer von zwei berufenen Experten am ersten internetgestützten Sicherheitsbriefing der Reihe „Effektiver Verkehr und Sicherheitserfordernisse“ des Weltwirtschaftsforums am 5. Mai 2010 teil. Gemeinsam mit Jean-Louis Brugiére, dem Beauftragten der EU beim Programm der US-Regierung zur Verfolgung von terrorismusunterstützenden Finanzströmen (TFTP), informierte er führende Vertreter globaler Wirtschaftsunternehmen über aktuelle Tendenzen terroristischer Aktivitäten und Herausforderungen bei der Eindämmung von Bedrohungen und Risiken. Prof. Dr. Gießmann ist seit 2009 Mitglied des Beirates des Weltwirtschaftsforums zu Terrorismus und Massenvernichtungswaffen.
05/2010 – Veranstaltungen
Vom 29. April bis zum 1. Mai 2010 organisierte Berghof Conflict Research in Zusammenarbeit mit den kolumbianischen Organisationen Investigación y Educación Popular (CINEP) und Observatorio para la Paz eine Konferenz in Bogota, Kolumbien. Dabei trafen lokale Wissenschaftler mit fachkundigen „Insidern“ (frühere Teilnehmer an Friedensverhandlungen bzw. Kommandeure verschiedener Widerstands-/Befreiungsbewegungen) aus El Salvador, Südafrika, (Süd-)Sudan, Burundi, (Nord-) Irland, Kosovo, Aceh und Kolumbien zusammen, um über innovative Ansätze der Friedensförderung in Nachkriegssituationen im Rahmen von „Wandlungsprozessen im Bereich Sicherheit“ (Security Transition Processes / STP) zu diskutieren. Der Workshop war die erste Zusammenkunft der Projektpartner im Rahmen des Vorhabens „Vom Krieg zur Politik: Nichtstaatliche bewaffnete Akteure und Sicherheit im Wandel“ (2009-2011).
Die Teilnehmer erörterten verschiedene Rückschlüsse, die sie aus ihrer Forschung bzw. eigenen Erfahrungen gezogen hatten. Hauptthemen waren dabei die Zusammenhänge zwischen Reformen des Sicherheitsbereichs und Prozessen der politischen, sozioökonomischen und rechtlichen Transformation sowie verschiedenste Erkenntnisse und Erfahrungen zu Wandel und möglichen Beiträgen ehemaliger Kriegsteilnehmer an Friedensprozessen nach der Beendigung von Kampfhandlungen. Die Konferenz wurde durch das International Development and Research Centre (IDRC) in Ottawa, Kanada gefördert.
04/2010 – Archiv
Die Berghof Stiftung für Konfliktforschung fördert Forschungsprojekte von Individuen, Organisationen und Institutionen im Bereich Konfliktforschung.
Ziel der Förderung ist es, vor allem innovative und kreative Ansätze der Konflikttransformation zu stärken und weiterzuentwickeln sowie Friedensbildungsprozesse konstruktiv zu unterstützen. Drei Themenfelder sind für das Förderprogramm von besonderem Interesse.
1. Friedensförderung und Ansätze zur Versöhnung in Nachkriegsgesellschaften
2. Die Transformation von Gewaltakteuren in politische Akteure beim Übergang vom Krieg zum Frieden
3. Die Interaktion zwischen nichtstaatlichen und staatlichen Akteuren in Prozessen der Konflikttransformation
Ausführliche Informationen zu inhaltlichen Schwerpunkten und Fragen der Antragstellung finden Sie auf der Homepage der Stiftung.
04/2010 – Veranstaltungen
In Zusammenarbeit mit Berghof Peace Support (BPS), richtete Berghof Conflict Research am 19. April 2010 einen Brainstorming-Workshop zu „indigenen“ und „traditionellen“ Konflikttransformationsmethoden in Südostasien aus. Der Workshop im Berghof Zentrum brachte erfahrene Wissenschaftler und Praktiker mit dem Ziel zusammen, die Anwendbarkeit ausgewählter „indigener“ und „traditioneller“ Konflikttransformationsmethoden hinsichtlich identitätsbasierter Selbstbestimmungskonflikte zu diskutieren. Primärer empirischer Bezugsrahmen war hierbei Südostasien. Der Workshop wurde durch eine Präsentation unseres Senior Visiting Fellows Dr. Kamarulzaman Askandar eingeleitet, in der ein Überblick über derzeitige Konflikte sowie indigene und traditionelle Konflikttransformationsmethoden gegeben wurde, die in der Region Anwendung finden. In der anschließenden Diskussion wurden von den Teilnehmern kritische Aspekte bezüglich Terminologie, Konzeptionen und Methodologie diskutiert. Zentrale Fragen wurden identifiziert und benannt. Die Gründung eines beratenden Gremiums, das an der Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen der Erforschung indigener Konflikttransformation mitwirken wird, wurde beschlossen. Es besteht aus den externen Mitgliedern Dr. Kamarulzaman Askandar (USM, Malaysia), Dr. Alexander Horstmann (MPI, Göttingen), Antje Missbach (FU Berlin), Dr. Peter Kreuzer (HSFK, Frankfurt a.M.). Der Workshop wurde durch die Berghof Stiftung für Konfliktforschung gefördert.
03/2010 – Neuerscheinungen
Unter dem Titel “Learning each other’s historical narrative“ hat das Peace Research Institute in the Middle-East (PRIME) ein außergewöhnliches Schulbuch erarbeitet. Den Anstoß für das Projekt gaben die beiden Direktoren von PRIME, der israelische Psychologe Dan Bar-On und der palästinensische Wissenschaftler Sami Adwan.
In Erinnerung an Dan Bar-On, einen engen Kooperationspartner, der am 4. September 2008 in Tel Aviv verstarb, und um die Arbeit von PRIME auch im deutschsprachigen Raum noch stärker bekannt zu machen, haben wir eine deutschsprachige Übersetzung des Buches in Auftrag gegeben, die nun online verfügbar ist. Wir sind davon überzeugt, dass das Buch als Unterrichtsmaterial für den konstruktiven Umgang mit Geschichte auch für die Bildungsarbeit hierzulande von Nutzen sein kann.
Den Bericht über einen Workshop mit Dan Bar-On und Aktivisten aus Südosteuropa am Berghof Zentrum finden Sie hier, ebenso wie einen Nachruf auf ihn.
03/2010 – Neue Projekte
Das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung finanzierte Projekt untersucht die Interaktion von internationalen und lokalen Initiativen für Aufarbeitung und Aussöhnung in Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien.
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02/2010 – Neue Projekte
Die “Gerda Henkel Stiftung” unterstützt einen BCR-Expertenworkshop zum Thema “Subsidiarity in Peacebuilding”. Während des Workshops sollen Möglichkeiten der Friedensförderung “von unten” in Übergangsgesellschaften diskutiert werden. Schwerpunktland der Betrachtung ist Afghanistan. Durch die Teilnahme einer Gruppe von ausgewiesenen Expertinnen und Experten zu Fragen der Konflikttransformation und lokalen Regierens sollen Ideen entwickelt werden, wie lokales Regieren zur Herausbildung von kultur-sensitiven und nachhaltigen Friedensstrukturen in sozialen Gemeinschaften beitragen kann.
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02/2010 – Archiv
Wir haben seit Februar 2010 eine neue Homepage in deutscher und englischer Sprache. Neben bewährten Bestandteilen enthält sie zahlreiche neue Funktionen und Informationen. Ebenfalls mit neuem Design ist auch unsere Website für das Berghof Handbook for Conflict Transformation gestartet.
01/2010 – Archiv
Das Berghof Forschungszentrum für konstruktive Konfliktbearbeitung wird zu Berghof Conflict Research (BCR).
Mit dem Start unserer neuen Homepage führen wir als künftigen Kurznamen „Berghof Conflict Research“ (BCR) ein. Gemeinsam mit unserer Schwesterorganisation, die den Kurznamen „Berghof Peace Support (BPS)“ führt, setzen wir das enge Zusammengehen von Konfliktforschung und praktischer Friedensförderung unter dem Dach von „Berghof“ fort.
01/2010 – Ausschreibungen
Derzeit hat BCR leider keine freien Arbeitsstellen anzubieten.
Für Informationen zu Praktika wenden Sie sich bitte an Frau
Ulrike Petri.
01/2010 – Archiv
Das Arbeitspapier: “Mediating Identity Conflicts – Potential and Challenges of Engaging with Hamas“ von Carolin Goerzig ist nun online verfügbar.
Die Print-Fassung kann für 5,00 € (+ Versand) bei uns bestellt werden.
10/2009 – Archiv
Helena Rill und Ivana Franovic (Hrsg.): „I cannot feel good if my neighbor does not“. Belgrad: Centar za nenasilnu akciju, 2009.
Das Buch ist eine Sammlung von Interviews mit Menschen aus der Region des ehemaligen Jugoslawien zu Themen, die das Verhältnis zur Kriegsvergangenheit, Fragen von Schuld und Versöhnung sowie die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft streifen.
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