07/2011
Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts Cultures of Governance and Conflict Resolution in Europe and India (CORE) fand am 27. und 28. Juni 2011 am Berghof Zentrum (Berlin) ein Treffen des Lenkungs-ausschusses für das Projekt sowie ein thematischer Workshop statt. Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie auf der projekteigenen Homepage. An dem Treffen nahmen Vertreter aller zehn am Projekt beteiligten Organisationen und Universitäten teil.
Beim Treffen des Lenkungsausschusses wurden der Stand des Projektes erörtert, die nächsten Schritte beraten und Entscheidungen zur Arbeitsteilung und Projektorganisation getroffen.
Im Rahmen des thematischen Workshops unter dem Titel “The Socio-Cultural and Political Premises of European and Indian Initiatives in Areas of Conflict Transition/Resolution” befassten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Vorträgen und Diskussionen unter anderem mit folgenden Fragen:
• Wodurch sind europäische bzw. indische Initiativen für die Bearbeitung und Transformation von Konflikten bestimmt?
• Inwiefern stehen die jeweils verfolgten Maßnahmen im Kontext bzw. berücksichtigen sie soziokulturelle Gegebenheiten in Indien und Europa?
• In welchem Ausmaß stärkt der soziokulturelle und politische Diskurs in Gesellschaft und Eliten die Prinzipien, Ziele und Strategien, die den jeweiligen Friedensinitiativen zugrunde liegen?
• In welchem Verhältnis stehen interne und externe Regierungsinitiativen zueinander und wie verschmelzen bzw. konkurrieren die jeweiligen Grundlagen von Peacebuilding-Konzepten vor dem Hintergrund politischer Konflikte und soziokultureller Vielfalt?
• Mit welchen methodologischen und theoretischen Herausforderungen sind die Analyse und Bewertung von Friedensinitiativen im Kontext sozio-kultureller Sensibilität und politischer Angemessenheit konfrontiert? Wie wird mit diesen Anforderungen in Indien und Europa umgegangen?
Die Beiträge und intensiven Diskussionen dienten einer weiteren Ausdifferenzierung der Forschungsfragen sowie der Vorarbeit für die einzelnen Fallstudien, deren Bearbeitung noch im Sommer 2011 beginnt. Ein durch BCR herausgegebener Workshop Report wird ab Oktober 2011 über diese Webseite der Öffentlichkeit zugänglich sein, eine Printfassung später im Rahmen der Berghof Arbeitspapiere erscheinen.
11/2010
Am 25. und 26. November 2010 tagte die Beraterkommission des Projekts „Vom Krieg zum Frieden: Nichtstaatliche, bewaffnete Gruppen und Sicherheit im Wandel“ in den Gebäuden des Berghof Zentrums in Berlin. Fünf Kommissionsmitglieder aus Forschung und Praxis waren aus Großbritannien, der Schweiz, Irland und Malaysia eingeladen, die bisherigen Ergebnisse des Projekts mit dem Team zu diskutieren, Rat für die laufenden Aktivitäten zu geben und Ideen für zukünftige Forschungsprojekte zu entwickeln. Der intensive, zweitägige Workshop wurde von BCR Direktor Hans Joachim Giessmann geleitet.
05/2010
Am 6. Mai 2010 wurde Berghof Conflict Research vom Gouverneur der Provinz Helmand in Afghanistan, Mohammad Gulab Mangal, und Nasima Neyazi, Direktorin einer Mädchenschule und Mitglied des Afghanischen Parlaments, sowie Najib Roshan, Direktor des Aachener Instituts für Afghanistan-Studien (AIAS) und einigen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besucht. An der Diskussion im Berghof-Zentrum nahm, neben Prof. Dr. Hans J. Giessmann (Direktor, Berghof Conflict Research) und Dr. Oliver Wils (Gf. Direktor, Berghof Peace Support) sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Institutionen, auch der Geschäftsführer der Berghof Stiftung für Konfliktforschung, Johannes Zundel, teil.
Thematisch konzentrierte sich die Diskussion auf die Einbeziehung von Jugendlichen in die Friedensförderung, öffentliche Bildungsprogramme und eine Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklungspolitik in Afghanistan. Dabei, so Gulab Mangal, seien, trotz der weiter kritischen Sicherheitssituation, in letzter Zeit einige positive Entwicklungen zu verzeichnen. Erörtert wurden auch die Wirkungen und Grenzen der neuen Militärstrategie für die Provinz. Vor allem die aktive Einbindung der Afghanischen Bevölkerung in friedensbildende Maßnahmen wurde für dringend notwendig befunden. Sie dürften nicht weiter von militärischen Operationen überlagert werden. In einem abschließenden Gespräch wurden vereinbart, gemeinsame Forschungs- und Bildungsprojekte mit Unterstützung der Provinzregierung zu entwickeln.
05/2010
Vom 29. April bis zum 1. Mai 2010 organisierte Berghof Conflict Research in Zusammenarbeit mit den kolumbianischen Organisationen Investigación y Educación Popular (CINEP) und Observatorio para la Paz eine Konferenz in Bogota, Kolumbien. Dabei trafen lokale Wissenschaftler mit fachkundigen „Insidern“ (frühere Teilnehmer an Friedensverhandlungen bzw. Kommandeure verschiedener Widerstands-/Befreiungsbewegungen) aus El Salvador, Südafrika, (Süd-)Sudan, Burundi, (Nord-) Irland, Kosovo, Aceh und Kolumbien zusammen, um über innovative Ansätze der Friedensförderung in Nachkriegssituationen im Rahmen von „Wandlungsprozessen im Bereich Sicherheit“ (Security Transition Processes / STP) zu diskutieren. Der Workshop war die erste Zusammenkunft der Projektpartner im Rahmen des Vorhabens „Vom Krieg zur Politik: Nichtstaatliche bewaffnete Akteure und Sicherheit im Wandel“ (2009-2011).
Die Teilnehmer erörterten verschiedene Rückschlüsse, die sie aus ihrer Forschung bzw. eigenen Erfahrungen gezogen hatten. Hauptthemen waren dabei die Zusammenhänge zwischen Reformen des Sicherheitsbereichs und Prozessen der politischen, sozioökonomischen und rechtlichen Transformation sowie verschiedenste Erkenntnisse und Erfahrungen zu Wandel und möglichen Beiträgen ehemaliger Kriegsteilnehmer an Friedensprozessen nach der Beendigung von Kampfhandlungen. Die Konferenz wurde durch das International Development and Research Centre (IDRC) in Ottawa, Kanada gefördert.
04/2010
In Zusammenarbeit mit Berghof Peace Support (BPS), richtete Berghof Conflict Research am 19. April 2010 einen Brainstorming-Workshop zu „indigenen“ und „traditionellen“ Konflikttransformationsmethoden in Südostasien aus. Der Workshop im Berghof Zentrum brachte erfahrene Wissenschaftler und Praktiker mit dem Ziel zusammen, die Anwendbarkeit ausgewählter „indigener“ und „traditioneller“ Konflikttransformationsmethoden hinsichtlich identitätsbasierter Selbstbestimmungskonflikte zu diskutieren. Primärer empirischer Bezugsrahmen war hierbei Südostasien. Der Workshop wurde durch eine Präsentation unseres Senior Visiting Fellows Dr. Kamarulzaman Askandar eingeleitet, in der ein Überblick über derzeitige Konflikte sowie indigene und traditionelle Konflikttransformationsmethoden gegeben wurde, die in der Region Anwendung finden. In der anschließenden Diskussion wurden von den Teilnehmern kritische Aspekte bezüglich Terminologie, Konzeptionen und Methodologie diskutiert. Zentrale Fragen wurden identifiziert und benannt. Die Gründung eines beratenden Gremiums, das an der Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen der Erforschung indigener Konflikttransformation mitwirken wird, wurde beschlossen. Es besteht aus den externen Mitgliedern Dr. Kamarulzaman Askandar (USM, Malaysia), Dr. Alexander Horstmann (MPI, Göttingen), Antje Missbach (FU Berlin), Dr. Peter Kreuzer (HSFK, Frankfurt a.M.). Der Workshop wurde durch die Berghof Stiftung für Konfliktforschung gefördert.